Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer
an den Gymnasien in Schleswig-Holstein
„Bundesweit werden an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen durch Unterrichtsausfall rund drei bis vier Prozent des zu erteilenden Unterrichts ersatzlos gestrichen. Besonders betroffen sind Gymnasien", so Siegmon. Neben den (zu) hohen Klassenstärken werde von den Eltern und Lehrern der Unterrichtsausfall als das größte Problemfeld an den Schulen ausgemacht.
„Der Hauptgrund für den hohen kurzfristigen Unterrichtsausfall ist die fehlende Vertretungsreserve innerhalb einer Schule", so Siegmon weiter. „Auch wegen der hohen Stundenverpflichtung lässt sich der Vertretungsunterricht mengenmäßig und organisatorisch nicht mehr darstellen. Eine Vertretungskonzeption innerhalb und über die Schule hinaus auf der Basis einer belastbaren Krankenstandstatistik und schlüssiger Abschätzungen systembedingter Ausfalltatbeständen ist überfällig. Die Schulen in Grippezeiten allein zu lassen zeugt von geringer Fürsorge sowohl den Lehrkräften als auch den Schülerinnen und Schülern gegenüber". „Es muss endgültig Schluss damit sein, den Unterrichtsausfall als unveränderlichen Bestandteil des deutschen Bildungssystems hinzunehmen. Den Ausfall mit Notmaßnahmen wie Stundenplankürzungen, Doppelbeaufsichtigung oder Mehrarbeit von Kolleginnen und Kollegen zu bekämpfen hat sich als schlechteste Lösung erwiesen", so Siegmon abschließend.
Helmut Siegmon Jens Finger
(1. Vorsitzender) (Pressesprecher)