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18.09.2011 "Frau Erdmann, Schulfrieden sieht anders aus!"

PhV kritisiert Vorschlag der Nicht-Verbeamtung neu eingestellter Lehrer scharf

Wenige Monate vor der Landtagswahl zeigen die Grünen ihr wahres Gesicht und geben ihr Verständnis vom proklamierten Schulfrieden preis. Den Vorschlag, den Beamtenstatus für Lehrkräfte abzuschaffen, kommentierte Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Hostein (PhV), wie folgt: "Es ist traurig, dass einige Politiker  mit einer plumpen Stimmungsmache, unseriösen Zahlen sowie falschen Behauptungen versuchen, Kapital auf dem Rücken der Betroffenen zu schlagen."
Nach Rechnungen des Deutschen Beamtenbundes käme ein Beamter dem Bundesland Schleswig-Holstein im Laufe seines Berufslebens - allein durch die Nicht-Abführung von Sozialabgaben - mehr als 100.000 Euro billiger als ein Angestellter. Siegmon warnt: "Man darf nicht nur auf die Pensionen schauen, sonder muss das gesamte Leben im Blick haben, da entpuppten sich so manche Behauptungen als falsch. Solange die Sozialversicherungsbeiträge für Staatsbedienstete durch eine Kreditaufnahme erfolgen, ist die Altersfinanzierung um die sofort anfallenden Zinsen tuerer." Kein vernünftiger Mensch - außer man ist Zocker - käme auf die Idee bei der Bank Geld zu leihen, um es als Altersversorgung zurückzulegen. Aber genau diesen Unsinn schlagen SPD und Grüne, die es im Jahr 2000 noch anders wussten, vor. Es wäre die Pflicht der Politik gewesen unter Einbeziehung der Pensionsverpflichtungen einen schuldenfreien Haushalt zu führen. "Die Schuldenbremse ist für die offenbar notwendige Haushaltsdisziplinierung ein wesentlich intelligenteres Instrument als die Entbeamtung der Lehrkräfte - es sei denn, es verbirgt sich eine verschleierte Kürzung der Gesamtbezüge für Lehrkräfte dahinter und man traut sich nur nicht, das zu sagen", so Siegmon weiter.

"Den Vorteil, den Frau Erdmann hervorhebt, dass die Schulen mehr Autonomie und Flexibilität erlangten, ist unter eher starren tariflichen Zwängen nicht verbeamteter Lehrkräfte ebenso ein großer Irrtum wie fadenscheiniges Argument für die Aufgabe des Beamtenstatus für Lehrerinnen und Lehrer. Man muss ja nicht alles gut finden, was Bildungsminister Klug durchgesetzt hat, aber auch Frau Erdmann sollte anerkennen, dass Dr. Klug mit seiner Politik in den letzten Monaten den  Schulen nachhaltig mehr Autonomie und Freiraum verschafft hat", erklärt Siegmon. Mit dem Bewerbungsverfahren "PB online" z.B. können die Schulen sich ihre Lehrkräfte bereits selbstständig aussuchen.

Lehrkräfte nur noch als Tarifbeschäftigte einzustellen, würde den Beruf mit Sicherheit nicht attraktiver machen und den eklatanten Lehrermangel, im Wettbewerb der Bundesländer um die besten Lehrerinnen und Lehrer, extrem verschärfen. Die mit solchen Vorstößen stets assoziierte populistische Beamten- und Lehrerschelte tue ihr Übriges, den Lehrerberuf zum Schaden erfolgreicher Bildungs- und Erziehungsarbeit zu diskreditieren.

"Die bildungspolitische Katze ist nun aus dem Sack. Der pädagogischen Arbeit in den Schulen und dem Schulfrieden wird damit über einen langen Streit ein Bärendienst erwiesen. Offensichtlich setzt Frau Erdmann mit dieser inhaltsfreien bildungspolitischen Initiative nicht auf die Lehrerinnen und Lehrer als Schlüsselfiguren für die Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler, sondern auf diejenigen Wähler, die schon immer Argwohn gegen Lehrer hegen. Dieser wahltaktische Populismus darf nicht aufgehen", so der PhV-Vorsitzende.

"Tarifbeschäftigte dürfen streiken, Beamte nicht. Wer streiken darf, wird zur Durchsetzung seiner Forderungen auch streiken und zwar genau da, wo es weh tut. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kinder die Leidtragenden sind. Auch Frau  Erdmann würde für eine beamtete Lehrerreserve sorgen müssen, damit die Abiturprüfungen ihrer Kinder nicht ausfallen oder die Schulkinder nicht immer mal wieder vor verschlossenen Schultüren stehen", so Siegmon abschließend.

Helmut Siegmon             Jens Finger
(1. Vorsitzender)            (Pressesprecher)
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