Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer
an den Gymnasien in Schleswig-Holstein
Verkürzung des Referendariats führt zu deutlichem Qualitätsverlust
Die Absicht der Landesregierung, die II. Phase der Lehrerausbildung am Gymnasium zu verkürzen, ist auf erheblichen Protest beim Philologenverband Schleswig-Holstein (Phv) gestoßen. „Eine Verkürzung dieser wichtigen Ausbildungsphase um ein halbes Jahr muss zu Qualitätsverlusten führen", erklärte der Vorsitzende des Phv, Helmut Siegmon. Siegmon, der selbst über eine lange Erfahrung als Fachleiter und Ausbilder verfügt, hält die geplante Verkürzung um 25 % für weder pädagogisch noch bildungstheoretisch vertretbar. „In der II. Phase der Lehrerausbildung lernen unsere Referendare, wie man unterrichtet, sie lernen den Umgang mit Schülerinnen und Schülern und erlangen - angeleitet durch ihre Mentorinnen und Mentoren an den Schulen - Praxiserfahrung und erste Unterrichtsroutine. Diese auch für die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit so wichtige Phase zu verkürzen, wird weder der Schule noch den jungen Lehrkräften gerecht", stellt Siegmon fest. Er begrüßt ausdrücklich Aktionen der Arbeitsgemeinschaft Junger Philologen gegen den Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung, der diese Verkürzung des Referendariats vorsieht.
Der Philologenverband äußerte außerdem massive Kritik gegenüber dem Ausbildungskonzept nach Bachelor und Master, das das Studium entgegen der erklärten Zielsetzung verlängert hat. und nun offenbar die verlorene Zeit durch die Verkürzung der Referendarszeit wieder eingeholt werden soll. „Es sollte der schleswig-holsteinischen Landesregierung zu denken geben, dass der Freistaat Sachsen sich wieder von Bachelor und Master verabschiedet hat und ein grundständiges Masterstudium für Lehrkräfte am Gymnasium eingeführt hat", hob Helmut Siegmon hervor. Mit einem achtsemestrigen grundständigen Lehramtsstudium und einer zweijährigen Referendarszeit würde man Zeit gewinnen und eine vernünftige Balance zwischen Theorie und Praxis erreichen. Die unsägliche Verzettelung hätte zudem ein Ende.
Helmut Siegmon Jens Finger
(1. Vorsitzender) (Pressesprecher)