Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer
an den Gymnasien in Schleswig-Holstein
"Initiative für den Schulfrieden" ist Etikettenschwindel
Siegmon wirft den Gegnern der Schulgesetznovellierung Scheinheiligkeit vor
Deutliche Kritik an den Absichten und dem Auftreten der „Initiative für den Schulfrieden" übt der Philologenverband Schleswig-Holstein. Die pädagogischen Bedenken der Initiative, die kürzlich dem Landtag 25 000 Unterschriften zukommen ließ, gegen eine maßvolle Novellierung des Schulgesetzes von 2007 seien vorgeschoben, so der Vorsitzende des Philologenverbandes, Helmut Siegmon: „Dahinter verbergen sich ganze andere Ziele!" So wollten die Initiatoren das gegliederte Schulwesen als Ganzes beseitigen und eine Schulform etablieren, in der bis zur Klasse 10 alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet würden. „Das wäre nichts anderes als der Tod des Gymnasiums!" erklärte Siegmon.
Kein Verständnis zeigt der P h v auch für die im Gesetzentwurf der Regierungsparteien vorgesehenen behutsamen Veränderungen an der Struktur der Schulart Gemeinschaftsschule. „Es ist doch nur vernünftig, und es stärkt die Schulart Gemeinschaftsschule, wenn sie künftig a u c h abschlussbezogene Schulklassen anbieten d a r f", so Siegmon. So werde die Gemeinschaftsschule auch von denen mehr akzeptiert, die sich mit der Abschaffung der traditionellen Schulart Hauptschule und Realschule nur schwer abfinden können. Der Philologenverband sieht die von der Initiative propagierte Binnendifferenzierung in den jeweiligen Schulklassen als ein durchaus sinnvolles pädagogisches Instrument. „Unsinnig wird es erst", so Siegmon, „wenn Lerngruppen n u r n o c h nach diesem Prinzip arbeiten dürfen und homogenere Lerngruppen wie abschlussbezogene Klassen verboten würden." Genau darum aber gehe es dieser „Initiative", hinter der sich eine illustre Gemeinschaft von Vertretern linker bildungspolitischer Ziele verberge.
So manche Neuerung, die der Gesetzentwurf vorsehe, entspreche dabei den Forderungen von S P D, Grünen und vielen Elternvertretern, so die Implementierung von Sozialarbeit an den Schulen zur Unterstützung psychisch oder sozial geschädigter Schülerinnen und Schüler. Jetzt solche Änderungen im Gesetz verhindern zu wollen, sei „scheinheilig", befindet der Philologenverband.
Stattdessen plädiert er für öffentliche Unterstützung für das Gesetzesvorhaben von C D U und F D P: „Der Entwurf entspricht dem Prinzip der Förderung und stärkt unsere Schülerinnen und Schüler", schloss Helmut Siegmon.
S i e g m o n T e t z l o f f
(1. Vorsitzender) (Pressesprecher)