Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer
an den Gymnasien in Schleswig-Holstein
Arbeitsgemeinschaft wählte Hans-Walter Thee zum neuen Vorsitzenden
Mit Anerkennung für etliche schulpolitische Entscheidungen von Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug, aber mit deutlicher Kritik an der von ihm verfügten Arbeitszeiterhöhung für Lehrkräfte nahm die Arbeitsgemeinschaft der Oberstudiendirektoren Stellung zur gegenwärtigen schulpolitischen Debatte. Positiv reagierte die A G auf die Absicht des Ministers, Schulen von außerunterrichtlichen Aufgaben zu entlasten und eine Konzentration auf die Kernaufgaben herbeizuführen. Hierzu gehört beispielsweise der Verzicht auf z. T. unnötige Evaluationen, auf bürokratische Zumutungen und auf eine z. T. übertriebene Konferenzdichte.
Dem standen deutliche Forderungen gegenüber, die die Arbeitsgemeinschaft im P h v in einer Resolution anlässlich ihrer diesjährigen Jahrestagung in Rendsburg an den Bildungsminister richtete: Dazu gehört die Forderung, die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Lehrer an Gymnasien zurückzunehmen. Begründet wird dies mit der Fürsorgepflicht des Dienstherrn für die Lehrkräfte. Außerdem ist die A G bemüht, die Attraktivität des Lehrerberufs zu stärken. Dazu dienten vor allem verstärkte Beförderungsmöglichkeiten in einem verlässlichen Rhythmus, aber auch eine Bezahlung, die sich an den Bezügen der süddeutschen Bundesländer orientiere, damit es nicht zu einer Abwanderung qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber aus Schleswig-Holstein komme. Hintergrund ist die vor zwei Jahren beschlossene Besoldungskompetenz der Länder für den öffentlichen Dienst.
Sorgen bereitet dem Philologenverband und insbesondere der A G der Oberstudiendirektoren auch die zunehmende Zahl nicht hinreichend qualifizierter bzw. examinierter Lehrkräfte, sogenannter Seiteneinsteiger. „Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch auf qualifizierte Lehrkräfte mit erstem und zweiten Staatsexamen", machte Hans-Walter Thee, der neugewählte Vorsitzende der A G deutlich.
Thee (Brunsbüttel) ist der Nachfolger von Sieglinde Huszak (Norderstedt), die dieses Amt an ihn übergab, weil sie selbst eine Aufgabe im Ministerium für Bildung und Kultur übernimmt.