Berufsverband der Lehrerinnen und Lehrer
an den Gymnasien in Schleswig-Holstein
Junge Philologen: Es reicht!
Aktion „Rote Karte“ gegen Sparmaßnahmen zu Lasten der Lehrer an Gymnasien
Der Protest gegen die Arbeitszeitbelastung der Lehrkräfte an Schleswig-Holsteins Gymnasien hält an! Rund 1.500 Lehrerinnen und Lehrer dieser Schulart haben auf Initiative der Jungen Philologen im P h v Schleswig-Holstein „Rote Karten“ gegen die vom Bildungsminister nach Vorgaben der Haushaltsstrukturkommission verfügte Erhöhung der Pflichtstundenzahl von einer (weiteren) Unterrichtsstunde pro Woche unterschrieben. Minister Dr. Klug wurden diese Karten am Montag mit dem Ausdruck des Protests überreicht. „Die Belastungsgrenze ist mit dieser Arbeitszeiterhöhung nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten“, erklärte der 1. Vorsitzende der Jungen Philologen, Carsten Groene. Viele Lehrkräfte der schleswig-holsteinischen Gymnasien trugen deshalb gestern zudem die „Rote Karte“ in Form eines Stickers „Es reicht!“, um Zorn und Enttäuschung über die Haltung der Landesregierung zu demonstrieren. Groene wie auch der Landesvorstand des Gesamtverbandes, in dem die Jungen Philologen mit zwei Mitgliedern vertreten sind, hoffen auf ein Entgegenkommen des Bildungsministers in der Arbeitszeitfrage und fordern Entlastungsmaßnahmen, falls Klug die Erhöhung der Pflichtstundenzahl nicht zurücknimmt. Beispiele für Entlastungsmaßnahmen enthält ein umfangreiches Papier des Landesvorstandes, das u.a. die endgültige und ersatzlose Abschaffung des arbeitsaufwändigen, aber wenig aussagestarken Mittleren Bildungsabschlusses am Gymnasium sowie eine behutsame Reduzierung der Zahl der Klassenarbeiten fordert. Schleswig-Holstein liegt derzeit hinsichtlich der Zahl der verpflichtende Leistungsnachweise über dem Bundesdurchschnitt.
Sorge bereitet dem Chef der Jungen Philologen auch die abnehmende Attraktivität des gymnasialen Lehramtes für Männer. Eine hohe Pflichtstundenzahl, die besonders für junge Vollzeitkräfte abschreckend wirkt, sowie wenige attraktive Aufstiegschancen hält Groene für die Ursache der geringer werdenden Zahl männlicher Lehramtsbewerber am Gymnasium. Es bestehe außerdem die Gefahr einer Abwanderung männlicher junger Lehrkräfte in andere Bundesländer, so Groene.
Siegmon Tetzloff Groene
(1. Vorsitzender) (Pressesprecher) (1. Vorsitzender der AG Junge Philologen)